Im Rahmen des Marketingunterrichtes besuchte Herr Friedrich Mitterhumer, Geschäftsführer der Concept Fresh GmbH und Leiter der Stiftskäserei Schlierbach, unsere Schule. In seinem Vortrag informierte er Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgänge über Vermarktungsmöglichkeiten von Milchprodukten.

Die beiden dafür vorgesehenen Stunden vergingen im Flug und nicht deshalb, weil sich das Auditorium in Vermarktungsmöglichkeiten und –techniken vertiefen konnte, sondern vielmehr deshalb, weil sich der Vortrag zu einer angeregten Diskussion entwickelte.

Hier einige Kernaussagen von Herrn Mitterhumer:

·       Bio alleine ist zu wenig. Hohe Qualität ist selbstverständlich und wird gefordert.

·       Wettbewerb ist notwendig und führt zu Innovationen und besseren Produkten.

·       Konventionell und nach den Richtlinien biologischer Produktion erzeugter Lebensmittel sind kein Widerspruch.

·       Veränderungen brauchen Zeit. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich mit dem Betrieb identifizieren, damit das Unternehmen erfolgreich sein kann. Faire Arbeits­bedingungen sind ein absolutes Muss.

·       Der Preis als Kaufargument ist tief in den Köpfen der Österreicher verankert. Es braucht daher Erziehung und Aufklärung, damit der Wert gesunder, nachhaltig produzierter Lebensmittel wieder besser als noch vor 30 Jahren erkannt wird. Ein Unterrichtsgegenstand „Ernährung“ in der Grundschule wäre dafür sehr vorteilhaft.

·       Höhere Produktionskosten bedingen höhere Preise. Höhere Preise werden nur dann akzeptiert, wenn der Kunde den Mehrwert des Produktes erkennen kann.

·       Einen Mehrwert stellen z.B. nachhaltige Produktion, Regionalität, gute wirtschaftliche Bedingungen für die Produzenten, aber auch gute Lebensbedingungen für die Tiere dar. Diese Werte müssen noch stärker transportiert werden.

·       Auch die verarbeitende Industrie hat eine Verantwortung gegenüber der heimischen Landwirtschaft.

·       Der Konsument entscheidet am Ende was produziert wird. Der Konsument trifft die Kaufentscheidung. Der Konsument stärkt durch sein Kaufverhalten regionale Kreisläufe oder die Konzentration des Lebensmittelmarktes auf wenige Oligopolisten.

·       Landwirte werden sich ihrer unternehmerischen Möglichkeiten mehr bewusst und finden durchaus neue Geschäftsfelder sowie Vermarktungswege, die direkter zum Konsumenten führen.

Die Zeit war am Ende zu kurz. Die Präsentation von hoher Authentizität. Der Applaus der Schüler nicht endend wollend und alles in allem eine Veranstaltung, die anregt unser Verhalten bzgl. Produktion und Konsum von Lebensmitteln zu überdenken.